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�lteste

Klick auf den Kompass öffnet den Indexoder Presbyter (griech. presbyteroi = �lteste) sind Menschen, die als Leiter und Bevollm�chtigte der Einzelgemeinden fungieren.

In neutestamentlicher Zeit nahmen sie ihre Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit den Aposteln wahr, die sie auch berufen hatten, und wirkten gewisserma�en als verl�ngerter Arm von diesen an den einzelnen Orten (vgl. Apg 14,23; Tit 1,5). Die Presbyteroi konnten als Hirten, Lehrer oder auch Aufseher t�tig sein (vgl. 1. Tim 5,17ff.; 1. Petr 5,1ff.). Vorsteher (griech. episkopoi = Aufseher) � von Luther mit "Bisch�fe" �bersetzt � sind wahrscheinlich mit den Presbytern identisch oder bilden eine bestimmte Gruppe innerhalb von diesen: n�mlich diejenigen, welche die Oberaufsicht �ber die Gemeinde haben und die Leitungsfunktion im engeren Sinne wahrnehmen. Erst seit Ignatius kam etwa um 100 n.Chr. die Aufteilung in Diakone, �lteste und Bisch�fe als drei verschiedene Klassen auf, wobei die Episkopoi im Grunde die Stelle der verstorbenen Apostel einnahmen. Im Neuen Testament selber ist diese Unterscheidung noch nicht deutlich. Vielmehr werden die Bezeichnungen "presbyteroi" und "episkopoi" an Stellen wie Tit 1,5-7 und Apg 20,17.28 austauschbar verwendet. Der Neutestamentler Rainer Riesner meint daher zu dieser Frage:

"Beide Ausdr�cke meinen dieselbe Personengruppe und nicht etwa zwei verschiedene �mter wie dann im zweiten Jahrhundert. Die Bezeichnung episkopos = 'Aufseher` weist auf die Funktion hin. Der Titel presbyteros = '�ltester` unterstreicht die Autorit�t und erinnert daran, dass man wohl normalerweise �ltere, erfahrene M�nner ausw�hlte (vgl. 1. Tim 3,6). Doch gab es wohl keine absolut bindende Altersgrenze" (Apostolischer Gemein-debau, 1978, 74).

Aus Stellen wie Phil 1,1 geht ferner hervor, dass es in einer Gemeinde mehrere episkopoi geben konnte. Ein monarchischer Episkopat ("Bischofsamt") ist hier also nicht im Blickfeld.

Die Gemeinde des Neuen Testaments ist daher wohl nicht episkopal � in hierarchischer Gliederung von den Laien aufw�rts bis zum Bischofsamt � oder gar papal (Papstamt) strukturiert. Ebensowenig d�rfte aber das kongregationalistische Modell zutreffen, welches Gemeinde als demokratische Versammlung Gleichberechtigter versteht und die �ltesten nur als Vollzugsorgane von Gemeindebeschl�ssen betrachtet. Die Wahrheit liegt m.E. in der Mitte: Nach dem presbyterialen Modell gab es �lteste in der Gemeinde, die eine Leitungsfunktion aus�bten, weil sie vom Herrn die Gabe hierzu erhalten hatten. Diese Dienstgabe verlieh ihnen keine andere Qualit�t oder Wesensart als den anderen Gemeindegliedern, sondern erm�glichte ihnen, zum gemeinsamen Nutzen aller ihren Auftrag wahrzunehmen.

"Es sind verschiedene Gaben, aber es ein Geist. Und es sind verschiedene �mter, aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kr�fte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen ... Die Glieder des Leibes, die uns die schw�chsten zu sein scheinen, sind die n�tigsten" (1. Kor 12,4-6.22).

An das Vorsteher- oder �ltestenamt waren eine Reihe von Bedingungen gekn�pft, z.B.: "Ein Vorsteher soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, n�chtern, ma�voll, w�rdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein S�ufer, nicht gewaltt�tig, sondern g�tig, nicht streits�chtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit" (1. Tim 3,1ff.; vgl. 1. Tim 5,17ff.; Tit 1,5ff.; 1. Petr 5,1ff.).

S. auch: Ekklesiologie, Gemeinde, Frau in der Gemeinde.

Lit.: R. Riesner, Apostolischer Gemeindebau, 1978; L. Gassmann, Was ist Gemeinde in biblischer Sicht?, 1998; ders., Was ist Kirche? Papstkirche, Staatskirche oder Gemeinschaft der Glaubenden?, 2005.

Lothar Gassmann


Index

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